St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Aachen-Burtscheid 1949 e.V.

 

 

Die Chronik

der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Aachen-Burtscheid 1949 e.V.

zum 50jährigen Bestehen 1999

 

  

 

Der zweite Weltkrieg hatte in unserer Heimat starke Wunden geschlagen. Die Bevölkerung war in den ersten Jahren nach dem Krieg mit dem Aufbau einer neuen Existenz stark beschäftigt. Und so konnte das Vereinsleben als Freizeitgestaltung nur langsam wieder in Gang gesetzt werden.

Burtscheider Bürger hatten jedoch schon seit Generationen ein Herz für die Geselligkeit und das Vereinswesen. Hierzu zählten speziell in Burtscheid auch die Schützenvereine.

So war es dann auch kein Wunder, daß sich im Jahre 1949 aus einem Stammtisch heraus eine Gemeinschaft von zehn Personen in der Gaststätte Paul Siebels in der Burtscheider Küpperstraße zusammenfand, die den festen Willen hatte, eine Schützengemeinschaft zu gründen. Man gab ihr zunächst den Name ,,Schießfreunde Burtscheid´´. Damit war der Grundstein für die Zukunft unserer heutigen Bruderschaft gelegt.

Der Wille war da, aber die Durchführung der Vereinsgeschäfte gestaltete sich doch sehr schwierig. Die damalige Militärregierung ließ ein Sportschießen noch nicht zu und vor allem, Sportwaffen gab es noch nirgendwo zu kaufen. Aber, wo ein Wille, da ein Weg. Paul Siebels, der neue Vereinswirt, hatte ein altes Luftgewehr über den Krieg gerettet und man schoß alsdann jeden Freitag mit Bolzen auf selbst gefertigte Karten, die auf einfachen Bleiplatten festgeklemmt wurden.

Da jeder sportliche Wettkampf seinen Höhepunkt haben muß, wurden von Zeit zu Zeit auch Preise ausgeschossen, die von den damaligen Mitgliedern der kleinen Gemeinschaft selber gestiftet wurden. Obschon das Geld damals noch sehr knapp war - wollte man doch für die Zukunft eine kleine Kasse aufbauen ­- entschloß man sich, bei Wettbewerben einen kleinen Obulus als Startgeld zu entrichten.


Freunde und Bekannte bekundeten bald ihr Interesse an dieser Sportart, und der anfänglich kleine Kreis wurde immer größer. Die Militärregierung erlaubte dann schließlich die Schützenvereine als offizielle Bruderschaften, und somit entstand dann die ,,St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Aachen-Burtscheid´´ als Büchsen- und Bogenschützenverein.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich auch schon der neue Zentralverband der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften gebildet, und die St.-Hubertus-Schützen-bruderschaft stellte den Antrag in diesen Verband aufgenommen zu werden. Dem Antrag wurde stattgegeben, und von nun an war für die Schützen der ,,Dornröschenschlaf´´ zu Ende. Viele Veranstaltungen bei verschiedenen Schützenvereinen wurden besucht.

Im Jahre 1953 konnte die Bruderschaft endlich ihre neue Vereinsfahne segnen lassen, die durch Stiftungen und Spenden angeschafft werden konnte. Erstellt wurde die Fahne in mühevoller Handarbeit von einer damals 80jährigen Ordensschwester des Klosters ,,Vom armen Kinde Jesu´´. Im Jahre 1996 war eine Restaurierung erforderlich, die die Fahne dann wieder in altem Glanz erstrahlen ließ. Bis in diese Zeit wurden alle Schießsportveranstaltungen im Saale durchgeführt, und so war es verständlich, dass sich die Bruderschaft nach einem Gelände umsah, auf dem man eine Vogelstange aufstellen konnte. Im Jahre 1957 fand man dann in den Anlagen des Waldrestaurants ,,Am Bismarckturm´´ die Möglichkeit besagte Vogelstange auf-zustellen. Hier wurden dann in den nächsten Jahren bei dem zwischenzeitlich zum Mitglied gewordenen Gastwirt Jacobi schöne Feste gefeiert.

Die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Aachen-Burtscheid war inzwischen durch ihre starke Beteiligung bei den von ihnen besuchten Veranstaltungen in Stadt und Land bekannt geworden. Ihre Mitgliederzahlen stiegen ständig an.

Leider musste Hermann Jacobi aus Altersgründen die Gaststätte Bismarckturm im Jahre 1962 aufgeben, und unsere Bruderschaft stand wieder ohne Schießplatz da. Die Zusammengehörigkeit der Burtscheider Schützenvereine wurde in dieser Situation besonders deutlich. Es sei an dieser Stelle den Freuden der Tellschützen-Gesellschaft und der St.-Sebastianus-Bogenschützengilde besonders gedankt, die spontan ihre Anlagen unserer Bruderschaft zur Verfügung stellten, damit diese ihre schießsportlichen Aktivitäten fortführen konnte.

Auch das bisherige Vereinslokal Paul Siebels musste nach einer schweren Entscheidung gewechselt werden, da es für die mittlerweile große Anzahl der Mitglieder zu klein geworden war. So entschloß man sich zu einem Wechsel in die Gaststätte ,,Zum Schwan´´, Ecke Hauptstraße/Küpperstraße.

 

Die Leistungen innerhalb unserer Bruderschaft auf der schießsportlichen Ebene wurden immer    besser,  und   so   war  es  nicht  verwunderlich,  daß  die  St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Aachen-Burtscheid im September 1964 nach Er-reichen des Bezirkskönigtitels den Bezirk Aachen beim Bundeskönigsschießen in Siegburg vertreten durfte.

Bei all diesen Erfolgen blieb jedoch ein großes Problem offen: Die St.-Hubertus-Schützen sehnten sich nach einem eigenen Schießgelände. In jahrelangen Bemühungen von seiten der Aachener Stadtverwaltung und des Sportausschusses wurde ein entsprechendes Areal gesucht und gefunden.

Im Juni 1968 war es dann endlich soweit. Auf dem Gelände ,,Gut Höfling´´ wurde der Bruderschaft ein neuer Schießplatz zugewiesen. Ein besonderer Dank  galt dabei unserem Ehrenmitglied und damaligen Bürgermeister Franz Stettner, der sich in dieser Angelegenheit für uns besonders eingesetzt hatte.

Mit großem Eifer ging man nun zur Sache, und in jeder freien Minute war die gesamte Schützenfamilie damit beschäftigt  ihren neuen Schießplatz herzurichten. In vorbildlicher Eigeninitiative wurde ein Vereinsheim gebaut. Die Einweihung dieses Vereinsheimes im Juni 1969 war für alle Beteiligten ein unvergeßlich schöner Tag.

 

Die St.-Hubertus-Schützenbruderschaft Aachen-Burtscheid feierte nun im Jahre 1974 ihr 25jähriges Bestehen. Man könnte an dieser Stelle vielen Namen von verdienten Mitgliedern aufführen. Aber es sollte so gehalten werden, wie es nun schon seit 25 Jahren in unserer Bruderschaft üblich war: Alle für einen, einer für alle.   So galt also der  Dank  für die letzten Jahre all denen, die ungenannt der Bruderschaft ihre Treue schenkten und somit ein Stück Burtscheider Geschichte mitschrieben.

Keiner wird in der Erinnerung seiner Kameraden vergessen werden, ob er nun viel oder wenig getan hat. Alle haben wohl eines getan, und das ist heute das wichtigste: Sie sind über den Sport und den Verein Brüder und Freunde geworden. Dies sollte auch für die Zukunft Inhalt und Aufgabe sein.

Vereinstreue und kameradschaftliche Verbundenheit waren und sind zu allen Zeiten für die Bruderschaft Ausdruck und Beweis einer erfolgreichen Vereinsarbeit.

Aufbauend auf die Chronik zum 25jährigen Bestehen der Bruderschaft im Jahre 1974 sollen nun noch einmal die wichtigsten Stationen des Bruderschaftslebens auf dem Weg durch die nächsten 25 Vereinsjahre aufgezeigt werden.

Im Jahre 1974 beschloß die Bruderschaft nach langen Diskussionen, daß jeder König nach seiner Amtszeit drei Jahre lang nicht mehr mit auf den Königsvogel schießen darf. Damit stand fest, daß es innerhalb der Bruderschaft die ,,Kaiserwürde´´ (dreimal hintereinander König sein) nicht mehr so einfach geben würde.

Man wollte damit erreichen, dass die Königswürde jedes Jahr wechselte und für alle erreichbar und begehrt blieb.

Diese Regelung wurde allerdings wieder Ende der 80er Jahre aufgehoben, um es eben jedem Schützen zu ermöglichen, auch die Kaiserwürde zu erringen. Die Entscheidung wurde vor dem Hintergrund der stets großen Bewerberzahl getroffen.

Bis zum Jahre 1974 präsentierte sich unsere Bruderschaft im schwarzen Anzug mit silber-grauer Krawatte und  schwarzem Hut. Von diesem Zeitpunkt an trat man jedoch zu offiziellen Anlässen im grünen Schützenrock mit Vereinswappen auf der Brust und grüner Krawatte sowie mit schwarzem Hut und Feder auf.

Ab dem Jahr 1975 stellte die Bruderschaft ihr Schützenheim als Ausweichquartier dem Schulamt der Stadt Aachen für einige Zeit zur Verfügung. So zog in die Räumlichkeiten des Vereinsheimes Am Höfling eine Schulklasse der hier ansässigen Grundschule ein. Sicherlich eine nicht alltägliche Angelegenheit, die aber deutlich zeigt, dass die Schützenbruderschaft nicht nur guten Kontakt zu den örtlichen Behörden pflegt, sondern auch selbstlos aushilft, wo dies erforderlich ist.

Für den wöchentlichen Schießsportbetrieb und die allgemeinen Vereinsver-sammlungen ergab  sich 1975 eine gravierende Änderung. Der Versammlungs- und Schießabend wurde von montags auf freitags verlegt, um den vielen Berufstätigen die Möglichkeit zu bieten, auch schon mal ,,eine Stunde länger´´ am Abend mit den Schützenbrüdern verbringen zu können.

Aus dem Jahre 1977 bleiben zwei Ereignisse unvergessen – alle Rentner, die der Bruderschaft angehörten, beschlossen, jedes Jahre einen ,,Rentnerkönig´´ zu ermitteln und damit dem Vereinsgeschehen eine weitere gesellige Veranstaltung hinzuzufügen. Diese Veranstaltung hat bis zum heutigen Tag Bestand. So konnten unsere Rentner im Jahr 2007 das 30jährige Bestehen der ,,Rentnerabteilung´´ feiern und hatten 1998 mit Ehrenmitglied Willi Frauenrath, der auch viele Jahre das Kurgast-Schießen leitete,  ihren  ersten  ,,Rentner-Kaiser´´, der dann mit der von der Kur-verwaltung der Stadt Aachen gestifteten Rentner-Königs-Kette erstmals dekoriert wurde.

Ein weiterer Höhepunkt des Jahres 1977 war der Königs- und Prinzenball, der in glanzvoller Weise und zum ersten Mal außerhalb von Burtscheid, nämlich im Eurogress stattfand. Für die vielen Besucher und Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis.

Die Burtscheider Kurverwaltung nahm im Jahre 1978 das Kurgastschießen auf der Anlage der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft in ihr Programm zur Unterhaltung der Kurgäste auf. Vielen Gästen wurde damit die Möglichkeit geboten, Sport und Unterhaltung zu verbinden und Kontakte zu knüpfen. Für die Öffentlichkeitsarbeit unserer Bruderschaft eine nicht unbedeutende, jährlich wiederkehrende Veran-staltungsreihe. Leider ist dieses Kurgastschießen Anfang des neuen Jahrtausends aufgrund der Kürzung der Verweildauer der Patienten in Burtscheid nicht mehr möglich gewesen, da selbstverständlich die Kuranwendungen Vorrang hatten.

 

Zum Auf- und Ausbau der Jugendabteilung beschloß die Bruderschaft im Jahre 1979 Schülerschützen in ihre Reihen aufzunehmen, um junge Menschen frühzeitig in das Vereinsleben zu integrieren und an den Schießsport heranzuführen. Diese Maßnahme hat sich bis zum heutigen Tag ausgezahlt. Viele dieser Jungschützen haben bis dato der Bruderschaft die Treue gehalten und bekleiden zum Teil sogar Vorstandsämter. Neben den schießsportlichen Wettbewerben hat die Jugend-abteilung es sich auch zur Aufgabe gemacht das Fahnenschwenken  zu erlernen. Alljährlich  erleben  unsere Festzüge durch ihre Teilnahme einen schönen und vielbeachteten Farbtupfer, der uns nebenbei auch zu vielen Festzugpreisen verholfen hat.

Der Zeitpunkt für den Königsvogelschuß war aus terminlichen und saisonbedingten Gründen neu festzulegen. So beschloß man 1981 die Festfolge zum Königsvogelschuß künftig regelmäßig am Pfingstfest durchzuführen.

Daß die Mitglieder unserer Bruderschaft im Schießsportbereich zu guten Leistungen fähig sind, haben sie immer dann bewiesen, wenn es um wichtige Entscheidungen ging. So konnte z. B. 1982 der damalige 1. Brudermeister und spätere Ehrenbrudermeister Wolfgang Schmitz die Würde des Ehrenkönigs bei der Burtscheider Tellschützen-Gesellschaft sowie den Sieg beim Präsidentenschießen während des Internationalen Schützenfestes in Valkenburg in den Niederlanden erringen. Den ganz großen Vogel aber schoß Schützenbruder Matthias Barth ab, als es ihm beim Internationalen Schützenfest im niederländischen Beek glückte ,,Internationaler König im Dreiländereck´´ zu werden. Damit gelang ihm persönlich ein hervorragender Sieg und bescherte der Bruderschaft im Jahre 1983 einen internationalen Erfolg.

Zehn Jahre später, man schrieb das Jahr 1993, gelang es dem  in diesem Jahr amtierenden König unserer Bruderschaft, Hans Brammertz, unter großer Beteiligung vieler anderer Schützenkönige auf der Anlage der Karlsschützen-Gilde Aachen in Eilendorf Stadtkönig von Aachen zu werden und den von Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden gestifteten Pokal in Empfang zu nehmen.

Viele Jahre war Oberpfarrer Hugo Baurmann als Präses für die Bruderschaft eine ,,geistige Seele´´, die durch Umsicht, Rat und Tat die Bemühungen unseres Vereins um christlich-soziales Verhalten begleitete und unterstützte.

Als er 1983 mit anderen Aufgaben im Bistum Aachen beauftragt wurde, übergab er das Amt als Präses unserer Bruderschaft in die Hände seines Nachfolgers an St. Michael, Herrn Pastor Heribert August, der dieses Amt bis zum heutigen Tage zum Wohle unserer Schützengemeinschaft innehat. Zwischenzeitlich konnte die Bruderschaft mit ihrem Ehrenpräses Hugo Baurmann sein 60jähriges Priester-jubiläum und in 1998 sogar seinen 90. Geburtstag bei bester Gesundheit feiern.

Nach Pfarrheim Zeise, dem Eurogress und der Aula der Fachhochschule in der Bayernallee wurden ab dem Jahr 1985 für den Königsball und die Veranstaltungen im Rahmen der Schützenfeste die Burtscheider Kurpark-Terrassen als neues Domizil festgelegt. Im Herzen von Burtscheid wurde damit für alle Freunde, Gäste und Mitglieder ein würdiger und schöner Rahmen für die Hochfeste der Bruderschaft gefunden.

Aber auch die mit viel Stolz im Jahre 1969 eingeweihte Vereinsanlage Am Höfling braucht sich nicht zu verstecken. Idyllisch gelegen, mit viel Fleiß und Einsatz der Vereinsmitglieder gehegt und gepflegt, ist sie ein Garant für Geselligkeit  zur Pflege von Heimat und Brauchtum. Und so war es nicht verwunderlich, dass viele befreundete Vereine und Gesellschaften in den folgenden Jahren das Angebot der Bruderschaft annahmen und unsere Anlage für ihre Vereinsfeste nutzten.

Als dann 1973 die Räumlichkeiten unseres Vereinsheimes leider schon etwas zu klein wurden, bauten viele fleißige Hände, die meist bei der Grundsteinlegung schon dabei waren, das Gebäude weiter aus.

Während 1986 die Seitenfront des Vereinsheimes renoviert und weithin sichtbar mit dem Burtscheider Wappen bemalt wurde, konnte im Jahre 1987 eine neue Schießanlage mit einem auf- und abfahrenden Kugelfangkorb in Eigenleistung gebaut, installiert und eingeweiht werden. Abgerundet wurde das Bild der Schießanlage 1988 mit der Präsentation von zwei neuen Fahnenmasten mit den Vereinsflaggen.

In den darauffolgenden Jahren war natürlich kein Stillstand in Sachen Bauen. So wurde die Befeuerung der Gasheizöfen von Propan- auf Stadtgas umgestellt, der Zugang zum Schießstand mit Rasengittersteinen verlegt und schließlich im Jahre 1994 eine neue zusätzliche Toilettenanlage mit angrenzendem Geräteschuppen fertiggestellt. Viele Maßnahmen, zu denen man natürlich einige finanzielle Mittel, vor allem aber auch behördliche Genehmigungen brauchte, die letztlich durch den ,,guten Geist´´ der Bruderschaft, unseren Ehrenbrudermeister Gregor Schmitz, haupt-sächlich beschafft wurden.

Seit dem Jahre 1951 besitzt die Bruderschaft eine sehr schöne und von den aktiven Schützen heiß begehrte Königskette. Sie wird als höchste auszuschießende Würde einmal jährlich im Verlauf des Schützenfestes am Pfingstsonntag ausgeschossen. Dies geschah bis jetzt 58mal in zumeist spannenden und oft von vielen Festgästen begeistert verfolgten Wettkämpfen. Im Laufe dieser Jahre konnten sich sehr viele Schützenbrüder auf der Kette verewigen. Alle Könige wurden bisher zur Erinnerung an ihr Königsjahr mit einem schönen Königsorden dekoriert, der vom Vorjahreskönig oder -königin gestiftet wurde.

 

Hermann Jacobi sen. stiftete als Mitglied der Hubertusschützen 1955 eine zweite Silberkette, der man den Namen ,,Jahreswanderkette´´ gab, und die in der Rangordnung der zu erzielenden jährlichen Schießpreise als zweithöchste Würde im Verein gilt. Anläßlich des 50jährigen Bestehens unserer Bruderschaft wurde sie erweitert und aufpoliert, um auch für die nächsten Jahrzehnte in entsprechendem Glanz zu strahlen. Und da aller guten Dinge drei sind, gesellte sich durch Stiftung des damaligen Kreishandwerksmeisters und unseres Ehrenmitgliedes Matthias Josephs im Jahre 1975 die Kreishandwerker-Kette als dritte Wanderkette hinzu.

In den Festzügen flankieren die Träger der beiden letztgenannten Wanderketten immer das amtierende Königspaar und erhalten nach ihrer Amtszeit ebenso wie der König einen Erinnerungsorden.

Freundschaften zu pflegen war und ist bis in die heutige Zeit ein großes Anliegen unserer Bruderschaft. So gehören wir seit dem Beitritt zum Historischen Deutschen Schützenbund natürlich dessen Bezirksverband Aachen-Stadt an und nehmen alljährlich mit unseren amtierenden Majestäten an den ausgeschriebenen Wettbewerben teil.

Ebenso wird der Kontakt zu den Burtscheider Vereinen, hier im besonderen zu den Bogenschützenvereinen wie Tellschützen-Gesellschaft, St.-Sebastianus-Bogen-schützen und St.-Johannis-Bogenschützen, besonders gepflegt. Aber auch in der Interessengemeinschaft Burtscheider Vereine arbeiteten seit jeher Hubertusschützen gerne mit.

Viele frohe Stunden erlebten unsere Schützenbrüder in der Vergangenheit bei Schützenfesten, den Prunksitzungen der drei Burtscheider Karnevalsvereine und selbst als aktive Freizeit-Fußballer bei verschiedenen Benefiz-Turnieren, die in Burtscheid stattfanden.

Die Ausfahrten unserer Bruderschaft zu den Europa-Schützenfesten wie zum Beispiel nach Genk, Lippstadt oder auch Medebach, bei denen sich tausende Schützen trafen, waren und sind genauso wie das alljährlich von uns besuchte Internationale Schützenfest im Dreiländereck willkommene Anlässe, um gleichgesinnte Menschen anderer Regionen zu treffen und Erfahrungen auszutauschen.

Eine feste Größe im Terminkalender unserer Bruderschaft war viele Jahre die Appeltaate-Kirmes, die man einige Zeit in Zusammenarbeit mit der Interessen-gemeinschaft Burtscheider Vereine auf dem Parkplatz im Gillesbachtal ausrichtete. Neben dem Angebot verschiedener Fahr- und Belustigungsgeschäfte, die man hierzu alljährlich verpflichtete, wurden zusätzlich die älteren Mitbürger unseres Stadtteils zu ein paar frohen Stunden bei Kaffee und frischer Appeltaate (gedeckter Apfelkuchen) ins Pfarrheim St. Michael eingeladen.

Aufgrund der sich wandelnden Zeit war die Kirmes eines Tages nicht mehr zeitgemäß. Aus der Appeltaat-Kirmes wurde schließlich der Altennachmittag, der uns weiter die Gelegenheit bot, die betagten Leute zur Appeltaate einzuladen. Bis heute war dies eine schöne Verpflichtung und Tradition, die es gilt auch in Zukunft fortzuführen.

Das bereits erwähnte Kurgastschießen, das wir 1978 in Zusammenarbeit mit der Aachener Kurverwaltung, vertreten durch den für die Burtscheider Kurgastbetreuung verantwortlichen Herrn Hubert Stettner, einführten, ist bis in die Anfänge des neuen Jahrtausends ein fester Bestandteil der Vereinsarbeit gewesen.

Zur Erinnerung und als äußeres Zeichen des Dankes stiftet die Kurverwaltung seit dem allzu frühen Ableben des Herrn Stettner unserer Bruderschaft alljährlich einen Silber- oder Glaspokal, der in seinem Gedenken am 3. Oktober eines jeden Jahres ausgeschossen wird und den Namen ,,Hubert-Stettner-Gedächtnispokal´´ erhielt.

Bei der Bewältigung der vielfältigen Aufgaben in der Vergangenheit standen den St.-Hubertus-Schützen ihre Frauen und Bräute stets mit viel Verständnis und tatkräftiger Unterstützung für ihr Hobby zur Seite, wofür ihnen an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön ausgesprochen wird.

Mancher Schützenbruder erzielte bestimmt in den abgelaufenen Jahren Erfolge, die ihm viel bedeuten. Der größte Sieg aber, der für alle gilt, bedeutet in der heutigen Zeit als Bruderschaft im Kampf um soziale Gleichbehandlung aller Schichten erfolgreich zu sein.

Dies ist Auftrag und Ansporn für alle auf dem Weg in die Zukunft der Bruderschaft gemäß unserem Wahlspruch für

Glaube, Sitte und Heimat!